Klatschmohn und andere Wildblumen blühen insektenfreundlich auf einer Wiese an der Langen Lage vor der neuen Fachhochschule in Bielefeld / poppy and other insect friendly flowers blossoming in front of the University of Applied Science in Bielefeld, 12.5.2020 , Foto: Robert B. Fishman
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Brüssel. Fast 420.000 Unterschriften hat der deutsche Ableger der Europäischen Bürgerinitiative “Save Bees and Farmers“, (Rettet Bienen und Bauern) bisher (Stand 20.12.2020) gesammelt. Mindestens 500.000 sollen es werden.

Das Ziel: Weniger Ackergifte und mehr Bienen auf den Feldern Europas. Die Europäische Kommission hat im “Green Deal” das Ziel festgeschrieben, die Menge an Pestiziden auf Europas Äckern zu halbieren. Doch unter anderem die chemische Industrie verdient mit den Spritzmitteln eine Menge Geld. Ihre Vertreter*innen wollen die Vorgabe verwässern und ganz gestrichen haben. Dagegen wendet sich die Bürgerinitiative. Einen Option-Artikel über den österreichischen Zweig findest Du hier.

Weniger Ackergifte, gesündere Lebensmittel, mehr Klimaschutz

Hintergrund: Weniger Ackergifte wäre nicht nur gut für die Natur, sondern auch für die meisten Landwirtinnen/Landwirte. Nach Angaben von Save Bees and Farmers musste in den vergangenen zehn Jahren alle drei Minuten ein Bauernhof in Europa aufgeben.

Niedrige und weiter fallende Preise zwingen die Landwirt*innen, immer mehr aus dem Boden herauszuholen. Die Höfe verschulden sich, um große, teuren Maschinen anzuschaffen. Anders haben sie keine Chance, gegen die großen Agrarunternehmen zu bestehen. Um die Schulden abzuzahlen, müssen die Betriebe auf der gleichen Fläche immer mehr produzieren. Die hohen Erträge drücken dann wieder auf die Erzeugerpreise. Ein Teufelskreis.

Wer da nicht mithalten kann, muss aufgeben. Die verbleibenden Betriebe bewirtschaften immer größere Flächen – zumeist mit großen Monokulturen. Die schweren Maschinen, die sie dort einsetzen,  verdichten die Böden. Die Bodenfruchtbarkeit geht zurück, die Erosion nimmt zu, so dass man immer mehr Chemie ausbringen muss, um auch nur die selbe Menge wie im Vorjahr zu ernten.

Ein Viertel der Treibhausgase, die die Klimakrise verursachen, entstehen in der Lebensmittelproduktion. “Ein sich dramatisch veränderndes Weltklima und der beispiellose Rückgang der Artenvielfalt auf unserem Planeten bedrohen die Welternährung und letztlich den Fortbestand der Menschheit”, schreibt Save Bees and Farmers auf seiner Internetseite und verweist dazu u.a. auf den 2019er Bericht zur Artenvielfalt der Welternährungsorganisation FAO.

Einzige Chance für die Landwirtschaft und für den Erhalt eines bewohnbaren Planeten: Wir müssen unsere Lebensmittel klimafreundlicher und mit weniger giftigen Chemikalien herstellen.

Landwirtschaftsministerin will “Bienenkiller” wieder erlauben

Und was macht Deutschlands Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner? Sie lässt das Verbot für Neonicotinoide wieder aufheben, obwohl die Mittel Bienen töten. Mehr Infos und eine Petition für den Fortbestand des Verbots findest Du hier.

Was kannst Du jetzt noch tun?

– Die Petition der Europäischen Bürgerinitiative Save Bees and Farmers jetzt hier unterschreiben

– Bio-Produkte möglichst aus Deiner Region kaufen

– Möglichst wenig Fleisch essen

– Wenn Du einen Garten oder Balkon hast: Bienenfreundliche Pflanzen aussäen und ein “Insektenhotel” aufstellen

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Geschrieben von Robert B. Fishman

freier Autor, Journalist, Reporter (Radio und Printmedien), Fotograf, Workshop-Trainer, Moderator und Reiseleiter

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